Have you ever seen dust dancing in sunbeams?
How it glitters like flecks of gold?
Maybe that is the true alchemy.
Not changing what something is,
but seeing it in a new light.
So eine Ausstellung bietet, wie so vieles im Leben, eine ganz Palette an Emotionen an. Anspannung und Hoffnung im Vorfeld: Wie wird die Hängung aussehen? Klappt alles? Schaffe ich das? Werd ich mich wohlfühlen in dem Setting? Werden viele Besucher*innen kommen? Wer kommt? Werde ich verkaufen? Wie wird die Resonanz sein? …
Und, wie bei so vielem im Leben, liegt es an mir, an meiner Betrachtungsweise was ich am Ende daraus mache, denn, wie bei so vielem im Leben, kommt es meist anders als gedacht.
Allein schon beim Hängen, mit meiner klaren Vorstellung für diese eine Wand zeigt sich sofort, dass ein, für mich gerade wichtiges, Bild da nicht passt. Und am Ende ist dann diese neu gestaltete Wand meine Lieblingswand geworden 😊.
Und so kann ich mich entscheiden zu sagen: Es war ein Desaster! oder _ und ich habe mich für das Oder entschieden_ alles ist gut so wie es ist.
Ich habe gelernt. Über Kommunikation und Nicht-Kommunikation. Über das was mir wichtig ist und wo ich hin will.
Und die, die da waren waren genau die Richtigen! Und jede einzelne dieser Begegnungen hat mich berührt.
… die vollkommen unerwartet wie ein weißer Engel hereinschneiende Freundin … der ehemalige Kollege aus dem Kiez der auf einmal vor mir stand … meine langjährigen Wegbegleiter*innen die mich schon als Sängerin begleitet und unterstütz haben und nun überlegen: „Ein Druck oder ein Original? Was passt am Besten in meine Küche?“ … die Beiden, die über ein Tattoo nachdenken … der Freund, den ich Jahre nicht gesehen … und seine Begleiterin die mit strahlenden Augen vor den Bildern saß … und meine Freundin, die so unbedingt an mich glaubt, auch wenn ich den Glauben ab und an verliere, die mich unterstütz, mit mir Zukunft spinnt …
mich hat berührt, wie viele Menschen an mich denken, mir Glück wünschen, mir schreiben, dass sie so gern gekommen wären aber verhindert sind _ von denen mir gar nicht klar war, dass sie überhaupt mitbekommen was ich gerade so mache.
Und ich habe mich erinnert. Erinnert an die Anfänge in meinem Leben die dann letztendlich zu einem Erfolg geführt haben.
Das erste Nachtcafé … wochenlange Werbung, Flyer, Tagestipps, und niemand! ist gekommen. Am Ende wurde es eine Erfolgsgeschichte die 5 Jahre gewährt hat. Das erste Konzert. Im Kreuz-Club. Und der künstlerische Leiter der Bar jeder Vernunft der danach sagte: „Die wird nie bei mir auftreten!“ … ihr könnt euch denken wo ich irgendwann aufgetreten bin ;-). Die erste Probe mit Jugendlichen für ein Musical: Ich hab nach 15 Minuten abgebrochen weil alles was ich mir so ausgedacht hatte null funktioniert hat. Und dann haben wir drei große Produktionen gespielt. Die ersten Ideen und Gehversuche des Street College. Und alle haben uns ausgelacht. Das klingt ja schön, utopisch, aber das kann ja nicht funktionieren. Und heute ist es ein senatsfinanziertes Projekt mit drei Standorten.
Wenn ich Erfolg schreibe, dann denke ich an die glücklichen Gesichter der Menschen die das ein oder andere erlebt haben, Teil davon waren, an die Tränen die geflossen sind in Momenten in denen Menschen berührt waren, sich zeigen konnten, gesehen wurden, wissend, dass sie nicht allein sind. An all die Entwicklungen die stattgefunden haben und die ich sehen durfte.
Und ja, ich habe ab und an gestört.
Störung. Pertubation. Etwas aus seiner gewohnten Ordnung bringen, durcheinanderwirbeln, verwirren …
Das war nie meine Absicht. Mein Wunsch war lediglich die Welt ein klein wenig schöner zu machen.Und ohne Störung findet keine Veränderung, keine Entwicklung, kein Leben statt.
Als ich am Sonntagnacht dann, schwer bepackt mit all meinen Bildern, Werkzeug, Drucken und dem kleinsten Tannebaum der Welt, nach Hause kam hat mir mein Sohn nachdem ich sagte: „Ich bin müde. Ich fühl mich leer und kraftlos … ich glaub nicht mehr daran die Welt schöner machen zu können.“, ordentlich den Kopf gewaschen.


Er hat mich er-innert.
An all das, was ich schon gemacht habe. Wie ich es gemacht habe … und endetet mit dem Satz: „Du glaubst doch nicht im Ernst, dass deine Bilder nicht berühren?!“
Und dann hab ich mich erinnert … an die strahlenden Augen, an das „je länger ich gucke, desto mehr entdecke ich“, an das „Tanja, ich brauche Kunst“ … und die Freude mit einem Bild nach Hause zu gehen, an das neue Tattoo-Motiv „flow“ das aus mir rauskam, an das: „Wooo. Shedding. That one touches me.“
Ja. Ich häute mich gerade. Ich lerne. Erkenne. In mir formt sich etwas Neues.
„I really like to feel lost“ & Ich bin auf dem richtigen Weg.
… und bei der nächsten Vernissage werden meine Sohn und sein Sandkastenfreund euch dann in schicken Anzügen Drinks reichen …
… und ich freu mich schon drauf.


